Stadt Brüggen

Gesetzliche Vorgaben

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die erste Stufe aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2013) ist am 1. Mai 2014 in Kraft getreten. Am 1. Januar 2016 wurde - wie zuvor angekündigt – die zweite Stufe eingeführt. Sie regelt die aktuellen, gesetzlichen Anforderungen an den Wärmeschutz und die Anlagentechnik für Gebäude.

Die EnEV beurteilt dabei das Gebäude als Ganzes, indem bautechnische und haustechnische Anforderungen zusammengefasst werden. Konkret bedeutet das, dass die Art der Energieerzeugung einen Einfluss auf den bautechnischen Standard eines Gebäudes hat. Wird eine Haustechnik mit fossilem Energieträger eingeplant, werden sehr hohe Anforderungen an den Dämmstandard gestellt. Eine innovative, regenerative Haustechnik dagegen fordert geringere bautechnische Anforderungen.

Für jeden Neubau in Deutschland muss die Einhaltung der Grenzwerte der Energieeinsparverordnung nachgewiesen werden. Auch bei Sanierungen oder Gebäudeerweiterungen muss die EnEV berücksichtigt werden, wenn mehr als 10 Prozent der Außenwände, des Daches, der obersten Geschossdecke oder der Kellerdecke nachträglich gedämmt werden oder mehr als 10 Prozent der Fenster erneuert werden. Dann sind die Anforderungen des § 9 der EnEV an die Dämmstoffstärken bzw.an den U-Wert der Fenster für die erneuerten Bauteilflächen einzuhalten.
Diese Anforderungen betreffen nur die erneuerten Bauteile, die nicht erneuerten Flächen können genau so bleiben, wie sie sind. Werden weniger als 10 Prozent der jeweiligen Bauteilfläche erneuert bzw. gedämmt, gelten die  Anforderungen nicht.

Das ausführende Unternehmen hat dem Gebäudeeigentümer eine Unternehmerbescheinigung auszustellen, mit der die Einhaltung der Anforderungen dokumentiert wird.


Nachrüstverpflichtungen

In § 10 der EnEV sind drei Nachrüstverpflichtungen festgelegt:

  1. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1. Januar 1985 eingebaut worden sind, dürfen seit 2015 nicht mehr betrieben werden. Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und nach dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, dürfen nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betreiben werden. Ausgenommen sind Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel.
     
  2. Heizungstechnische Anlagen bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, sind zu dämmen.
     
  3. Zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste Geschossdecken), die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllen, müssen seit dem 31. Dezember 2015 so gedämmt sein, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 Watt/(m²K) nicht überschreitet.

Ausgenommen von den Anforderungen sind Ein- und Zweifamilienhäuser, in denen der Eigentümer bereits am 1. Februar 2002 gewohnt hat. Wird das Gebäude verkauft, hat der neue Eigentümer zwei Jahre Zeit, um die beschriebenen Nachrüstverpflichtungen zu erfüllen. Außerdem entfällt die Nachrüstungspflicht, wenn die Aufwendungen für die Nachrüstung nicht innerhalb angemessener Frist durch die eintretenden Einsparungen erwirtschaftet werden können.


DIN 1946-6

Mit Sanierungsmaßnahmen wie Fensteraustausch oder Dachausbau steigt die Gebäudedichtheit. Mit einem solchen Umbau ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 oftmals verpflichtend. Es kann von der ausführenden Fachfirma, Planer oder Energieberater erstellt werden. Das Lüftungskonzept klärt, ob der Feuchteschutz über Fensterlüftung weiterhin gewährt ist, oder ob eine unterstützende Lüftungstechnik eingebaut werden muss.